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Grappa – das edle Schnäpschen

Italien ist das Land köstlichster Versuchungen, einfacher Spezialitäten, die mit großer Raffinesse veredelt, regionaler Küchen, die mit Stolz und Begeisterung gepflegt werden. Grappa ist weit über Italien hinaus auf einem phänomenalen Siegeszug. Der Schnaps wird aus verwertbaren Rückständen aus der Weinherstellung destilliert – und die Ursprünge liegen viele Jahrhunderte zurück.

Wie bei vielen italienischen Welterfolgen ist der Grappa eigentlich eine Köstlichkeit für arme Leute, die ihr Tröpfchen über Generationen veredelten, was an den Gaumenexperten der Erde nicht vorbeigehen konnte – und inzwischen gehört ein guter Grappa zu den teureren Produkten im Spirituosenregal. Die große Nachfrage hat eine erhöhte Produktion, die Erschaffung neuer Marken und die Entstehung neuer qualitativer Unterschiede zur Folge gehabt.

Der Experte nennt Grappa einen Tresterbrand. Trester sind die Pressrückstände aus der Weinherstellung, diese werden gekeltert und der dabei herauskommende Wein schließlich destilliert und schließlich in Fässern gelagert. Mit dem Grappa ist es ähnlich wie mit dem Whisky: wer ihn zum ersten Mal trinkt, hat das Gefühl, eine schallende Ohrfeige zu bekommen. Diejenigen, die ein Faible für Grappa entwickeln, entwickeln damit die Fähigkeit, mit enormer Begeisterung kleinste Details, Nuancen von Geschmackskomponenten beim Kosten herauszuschmecken und sich daran zu begeistern.

Grappa

Grappa ©iStockphoto/Martin Pernter

Es ist tatsächlich so: geschulte Gaumen schätzen an dem Schnaps die Kraft, die Frucht und die Weichheit und sind mitunter in der Lage, aus dem klaren Destillat die Traube zu schmecken. Ob Cabernet, Chardonnay, Nebbiolo, Moscato, Pinot Grigio, Vernaccia, Grappa wird heute destilliert, wo in Italien Wein hergestellt wird. Der Bianca Del Veneto gilt als guter Einsteiger-Grappa – und das ist, worauf es ankommt: auf die Überwindung folgt der Genuss.

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