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Gran Paradiso – die höchste Erhebung Italiens

Was für ein Name! Allein Gran Paradiso auszusprechen, ist ein Vergnügen. Wie kläglich hören sich dagegen Zugspitze, Brocken, Wurm- oder Großer Müggelberg an? Im Übrigen überragt der Gran Paradiso die anderen genannten mit seinen 4.061 Metern weit. Ganz im Nordwesten Italiens, steht er im kleinen Aostatal, das Gebiet der Grajischen Alpen, zu dem er gehört, ist indes groß und zieht sich weit bis nach Frankreich hinein.

Bis ins ans Aostatal grenzende Piemont hinein zieht sich der 70.000 Hektar große Nationalpark des Gran Paradiso. Der ist aus einem alten königlichen Jagdrevier entstanden und 1922 eingerichtet worden. In ihm lebten seinerzeit die letzten Alpensteinböcke zwischen Wald- und Eisgrenze, von hier aus erfolgten ab den 20er Jahren Wiederansiedlungen des seltenen Europabewohners in anderen Teilen der Alpen.

Die Fauna des Gran Paradiso ist so aufregend wie der Berg selbst. Hier leben Adler, Geier, Murmeltiere, Gämse und inzwischen wieder vereinzelt Wölfe und Luchse. Das touristische Angebot in der Region ist, wie man es erwarten kann: outdoorfreundlich. Neben dem immer beliebter werdenden Agrotourismus, früher einmal Urlaub auf dem Bauernhof genannt, gibt es Parkführungen, uralte Handwerkskunst wird gepflegt und weitergegeben, man versucht, das alte Wissen der Bergbauern aus einer Zeit, in der sie monatelang auf sich gestellt und Straßen eher die Seltenheit waren, zu erhalten, es gibt lokale Spezialitäten und vor allen Dingen viel Luft und die größte Ferne zum zivilisatorischen Stress, die man im Herzen Europas bekommen kann.

Auch Sportler kommen auf ihre Kosten, im Sommer zieht der Gran Paradiso Wanderer, Trekker, Radler, Bergsteiger und Reiter an seine Hänge, im Winter die Schneewanderer, Langläufer, Eiskletterer und auch Alpinfahrer.

Gran Paradiso

Gran Paradiso @iStockphoto/ROBERTO CAUCINO

Im Nationalpark gibt es einige Gemeinden, die einen Besuch lohnen. In Aymavilles etwa steht die alte Burg der mächtigen Familie Challant, Cogne ist Teil des internationalen Netzwerkes Alpine Pearls, das 2006 gegründet wurde und sich für eine Umweltverträglichkeit einsetzt, die schon mit der Anreise beginnt. Von hier lässt sich der Gran Paradiso hervorragend erkunden (was natürlich auch für Valsavarenche gilt). Und im kleinen Introd mit seinem Weingut Lo Triolet machen mitunter Päpste Urlaube.

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