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Aostatal – klein aber oho

Das Aostatal ist ein Traum für Alpinisten. Im Länderdreieck zwischen Italien, Frankreich und der Schweiz gelegen, ist es die kleinste Region Italiens. Amtssprache ist neben Italienisch auch Französisch, was der engen und wechselvollen Verbindung zu den Nachbarländern geschuldet ist.

Das Aostatal hat eine große landwirtschaftliche Tradition, eigene Weine, ist aber in erster Linie touristisch geprägt. Um nicht allein auf Wintersportler angewiesen zu sein, gibt es im Aostatal einige sehr interessante alternative Tourismuskonzepte wie den von der Europäischen Union geförderten Agrotourismus, bei dem Menschen in das Leben und Arbeiten von Bergbauern eingeführt werden und die Initiative Slow Tourismus, die auf Harmonie setzt, Bewusstsein für die (wirklich spektakuläre) Natur und den Genuss schafft.

Im Aostatal ist es den Gästen möglich, am Leben der dort heimischen Menschen teilzunehmen, die Produktion der eigenen Spezialitäten kennenzulernen und gleichzeitig gezielt so für Erholung zu sorgen, wie es stressgeplagten Stadtmenschen hilft. 20 mehr als 4.000 Meter hohe Gipfel gehören komplett oder angrenzend zum Aostatal, darunter finden sich so berühmte Berge wie der Mont Blanc, das Matterhorn und der Sankt Bernhard.

250 Gletscher, reißende Bäche, Wälder und Almen bilden ein Panorama, das im Sommer eigentlich noch viel eindrucksvoller ist als im Winter. Als Landeshauptstadt und Metropole der Region ist Aosta mit seinen gerade einmal 35.000 Einwohnern schnuckelig geraten, hat aber einen bezaubernden Ortskern und sogar römische Ruinen vorzuweisen.

Aostatal

Aostatal @iStockphoto/Antonio Scarpi

Als Grenzland ist das Aostatal voller Burgen und Schlösser, eher rustikale als prunkvolle Zeugnisse einer bewegten Vergangenheit, von denen die mächtige Festung von Bard, ein Posten an einer uralten Passroute, sicherlich die bekannteste ist. Wie das Land sind auch die traditionellen Speisen im Aostatal von eher rauem Charme, aber ungemein köstlich. Viele sind erkennbar in der Notwendigkeit entstanden, in einer kargen, dem Menschen alles abverlangenden Region haltbare Produkte für schlechte Zeiten herzustellen und das Maximum aus dem, was da ist, zu erwirtschaften.

Der köstliche Fontina-Käse ist ein über die Grenzen des Aostatals bekanntes Produkt, Walnussöl kommt vielfach zum Einsatz, Brot aus Kastanien wird gebacken, Polenta gehört zur Küche und die Römer haben es sich bei ihren Eroberungen nicht nehmen lassen, hier wie an den meisten Orten Weintrauben einzuführen. Die Winzigkeit in atemberaubender Umgebung wird auch hier zum Prinzip: das Aostatal ist die kleinste Anbauregion für Weine in Italien, setzt dabei auf uralte Rebsorten, die in mehr als 1.000 Metern Höhe gedeihen.

Die Kargheit der Landschaft darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Aostatal heute eine der wohlhabenden Regionen Italiens ist. Die schnelle Erreichbarkeit von Frankreich, der Schweiz und Turin aus, eine gute Tourismusinfrastruktur mit fast jeder erdenklichen Sportbetätigung, im Zentrum die über 1.000 Kilometer Abfahrtspisten und Loipen, machen das Aostatal zu einem Mekka für Sportler.

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