Skip to main content

Venedig – was für eine Stadt

Gäbe es Venedig nicht, keiner würde auf die Idee kommen, diese Stadt zu erfinden. Eine uralte, aus mehr als hundert Inseln bestehende Großstadt in einer Lagune, Paläste, die auf Stelzen stehen, kauzige, vor sich hinträllernde Eingeborene auf länglichen Booten, ein Ort, der eine mächtige Vergangenheit hat, das Zentrum einer Republik von Händlern war, die das eine Ende der Seidenstraße kontrollierten und die so mächtig waren, dass ihnen von Päpsten großzügige Geschenke gemacht wurden.

Wasser nagt von allen Seiten an den Grundfesten der Stadt und sorgt dafür, dass sie über kurz oder lang untergehen wird. Venedig ist eine Stadt früher Industrialisierung und hat auch heute noch große Unternehmen aus der Chemie- und Ölindustrie, die die Lage an der Lagune sehr schätzen.

Gleichzeitig ist Venedig die Stadt der Liebenden, der Muschelfischer, der Gondolieri, der Taubenschwärme, der Wassertaxis auf dem Canale Grande, der sich wie eine Schlange durch die Stadt windet, der geschwungenen Brücken und der großen Hotels. Venedig ist eine der wenigen Städte der Erde, die gleich mehrere Großereignisse feiern, die weltbekannt sind: den Karneval in Venedig mit seinen ausladenden, barock wirkenden Kostümen und Masken …

… und die Biennale die Venezia, eine Kunstausstellung, deren Kern im Stadtteil Castello stattfindet, wo etliche Länder Pavillons errichtet haben, in denen alle zwei Jahre Künstler ihre Werke ausstellen; ein Fest, das darüber hinaus mit den berühmten Filmfestspielen, Festivals für Musik, Theater und Tanz sowie der Architekturbiennale weite Teile der Kultur aufregend abbildet.

Venedig

Venedig @iStockphoto/Sergey Borisov

Man kann Venedig auf verschiedene Art erleben. Wer zu Biennale oder zum Karneval möchte, muss sich sorgfältig darauf vorbereiten und lange im Vorfeld buchen. Man kann Venedig auch mit einem Tagesausflug abklappern: überfahrt, Dogenpalast, Piazza San Marco (Taubenfütterung ist inzwischen streng untersagt), Rialtobrücke, rein in die Gondel, Eis essen usw. Für alle Inseln der Erde gilt, dass man sie eigentlich aber erst erlebt, wenn man auf ihnen übernachtet. Das lässt sich für Wangerooge wie für Venedig feststellen.

Erst wenn die Touristenströme versiegen, ist die Stadt zu hören. Gegen Abend werden dann die Hauptmahlzeiten eingenommen und Venedig blüht bei einem guten Wein richtig auf. Wer das genießen möchte, der sollte sich im Vorfeld genau über die Hotels informieren. Generell ist Venedig recht teuer, aber auch dabei gibt es gewaltige Preisunterschiede.

Top Artikel in Italienische Städte