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Feste & Traditionen in Italien

Italien ist das Land der Feste, der jährlich wiederkehrenden Umzüge, der großen Festtafeln, der archaischen Wettkämpfe, des lauten und ausgelassenen Feierns. Während moderne Sportveranstaltungen in den meisten Ländern ein relativ neues Phänomen sind, wurden in Italien schon vor Jahrtausenden spezielle Arenen für die vergnügungswilligen Massen gebaut und gefüllt. Auch die bedeutende Rolle der hohen christlichen Feiertage haben sich in Italien mit dem Vatikan natürlich auf eine besondere Art herausgebildet.


Epiphanias, der Tag der Erscheinung des Herrn, ist der 6. Januar (bei uns das Dreikönigsfest) und in Italien ein hoher Feiertag, der die 12 Weihnächte beendet. Die Nacht wird mit Feuern begangen, es werden Geschenke verteilt und es wird gefeiert. In der Nacht zuvor fliegt die Hexe Befana, die es verpasst hat, wie die heiligen drei Könige dem Stern zu folgen, von Haus zu Haus. Weitere wichtige christliche Feiertage sind Pfingsten (Pentecoste), Maria Himmelfahrt (Ferragosto), Allerheiligen (Ognissanti), Mariä Empfängnis (Immacolata) …

Ferragosto ist ein besonders großer Tag, der Wendepunkt des Sommers am 15. August, an dem die Familien an den Stränden sind und man als Urlauber am besten an dem Ort glücklich wird, an dem man sich befindet. Geschäfte, auch Restaurants und Kinos, sind in den Großstädten an Ferragosto oft geschlossen, dafür gibt es abends Feuerwerke.

Und dann gibt es noch eine Vielzahl einzigartiger lokaler Feste, wie die Festa dei Ceri von Gubbio, ein Wachskerzenlauf, auch Lauf der Verrückten genannt, weil der heilige Ubald von Gubbio, zu dessen Ehren der Lauf stattfindet, am Ende immer erster wird. Ganz im Nordwesten von Italien liegt Grado. Hier findet am ersten Samstag im Juli Perdon de Barbana, eine Madonnenprozession auf die Insel Barbana, statt. Ein Gottesdienst unter freiem Himmel, die weiße Wallfahrtskirche der Insel als Kulisse – ein schöneres Fest kann es eigentlich nicht geben.


Feste & Traditionen in Italien

Feste & Traditionen in Italien @iStockphoto/Konstantin Kulikov

Dass der Palio, Wettkämpfe innerhalb einer Stadt zwischen benachbarten Wohnvierteln, nicht nur in Siena abgehalten wird, sondern in mehr als einem dutzend italienischer Städte seinen festen Termin hat, ist nur wenigen bekannt. Mal sind es Ruderwettlämpfe, oft Pferderennen, in Siena gibt es sogar einen Eselpalio und in Ferrara findet belegbar der älteste Palio der Welt statt.

Einen Nationalfeiertag gibt es in Italien auch. Das ist der 2. Juni, an dem sich 1946 eine recht knappe Mehrheit der Italiener für eine Republik entschied und damit auch dafür, die Savoyer aus dem Land zu schmeißen. Das Festa della Repubblica wird mit allerhand militärischem Pomp begangen.

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